2017-01-21

Die kleine bunte Katze …

… hatte wieder einmal Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt. Die kleine bunte Katze ruft leider, seit sie nun zu den hochbetagten Semestern zählt, gerne und laut „Hier!” sobald die Infekte mitbringenden Boten im Umlauf sind.

Also hatten wir hier seit Montag wieder einmal Durchfallalarm. Sehr flüssig. Farbenfroh. Geruchsintensiv. Oft.

Oft heißt so zwei bis drei Mal in der Nacht, was, wollte man nicht erstinken dazu zwang auch zwei bis drei Mal die Nacht aufstehen zu müssen, um die Geruchsbombe hinter Plastiktüten zu verschließen, was dezente Augenringe und unausgeglichene Gefühlslagen durchaus zur Folge haben kann. Am dritten Tag ist dann Land unter – nämlich auch ganz ohne Babys stillen zu müssen. Tally hat eine sehr intelligente Angewohnheit: Sobald mit ihrem Kot etwas nicht stimmt, scharrt sie ihn nicht mehr zu. Hinsichtlich diagnostischer Beobachtungen ein korrektes und kluges Handeln, das ich durchaus befürworte. Hinsichtlich der Nahtoderfahrungen durch Giftbombenattacken durchaus schwer zu händeln.

Nachdem ich die hier vorrätigen Hilfsmaßnahmen medizinischer Natur (wie gesagt, wir erleben es öfter in letzter Zeit) als erfolglos befunden musste in ihrer Wirkung und der gute Rat der (neuen) Tierarztassistentin „Geben Sie der Katze abgekochtes Geflügel und Reis zu essen!” leider (ich demotiviere so nette Menschen nicht sehr gerne) mit einem „Gebe ich der Katze abgekochtes Geflügel zu essen, reagiert sie darauf mit … Durchfall”, kontern musste, ging ich dann doch am Donnerstag – ohne die Katze – zum Tierarzt, um ein mögliches anderes medizinisches Hilfsmittel zu ergattern. Denn selbst das große heilige Heilmittel Heilerde (wir hassen es beide, sie es ins Mäulchen gespritzt zu bekommen, ich es ihr ins Mäulchen spritzen zu müssen, denn Heilerde ist NICHT lecker, übrigens auch nicht in Kombination mit irgendwelchen Pasten etc.) wollte nicht so, wie ich es gerne wollte.

Also bekam ich für Tally ein neues Darmaufbaupräparat, dass ich ihr über das Futter streuen sollte (was zu akuter Futterabneigung führte bei ihr – wie immer!) und vier Spritzen mit unterschiedlichen Dingen aufgezogen, die den malträtierten Darm wieder entspannter machen sollten.

Als ich nach Hause kam, war erstmals wieder seit dem Frühstück vier Stunden später noch kein Fäkalbrei im Katze'klo und erst am Nachmittag wieder ein allererste Würstchenansatz in angemessener Farbe.

Da hatten doch die Tally und die Heilerde während meiner Sitzungsperiode beim Tierarzt ein Bündnis miteinander geschlossen oder wie Tally später sehr niedlich zu mir sprach: „Es ist völlig okay, lieb und nett und im Grunde sehr angemessen von Dir, dass Du ordentliches Geld beim Tierarzt für Medikamente für mich ausgibst, aber deswegen muss ich sie mir doch noch lange nicht auch von Dir geben lassen, näch?”

2017-01-18

Ich bin Fan!

Ich wünschte mir dieses Jahr vom Weihnachtsmann ein neue Yoga-Matte und eine Faszienrolle und ein „Resistance Band” zu deutsch: Gummiband mit Henkeln zum Muskelaufbau und -stretchen. Mein altes Band fiel im Sommer der Liebe vom Großcousin zum Opfer. (Wenn wir uns sehen, sporten wir zusammen. Montag zeigte ich ihm, dass ich noch eine Rolle vorwärts kann, O-Ton: „Papa kann das nicht, der hat einen dicken Bauch.”; er mir, dass er Situps kann.) Der Weihnachtsmann war sehr großzügig und schenkte mir über meine Wunschliste die (wirklich so tolle, große, weiche … fast kuschlig zu nennende) Yoga-Matte in *huch* türkis (!) und ein anderer lieber Weihnachtsmann die *huch huch* auch türkisfarbige Faszienrolle, das *nicht huch* schwarzeGummiband ich mir selbst schenkte mir auch der Weihnachtsmann. Großcousin und ich haben auf der Yoga-Rolle zusammen Platz. Noch Fragen? (Herzliches Dankeschön an alle Weihnachtsmänner und -frauen.)

Also es ist alles in da house, um so zu tun als hätte man sportliche Vorsätze.

Ja nun. Die muss man ja haben, sonst kann man sie nicht brechen und nicht in einen ordentlichen Selbsthass verfallen. Von nix, kommt nix!

Übrigens Faszienrolle: mag so mancher denken, denn die Dinger kommen einem ja nun wahrlich gerade um jede Ecke, um die man biegt entgegen, „was für ein alberner Kram.” Aber Faszienrollen sind ein Wunderwerk der Physiotherapie. Mir ist sie vor zwei Jahren zum ersten Mal beim Rehasport (Pilates) begegnet und ich bin auf das Ding abgefahren wie Schmitz' Katze. Die stülpen einen mit sehr wenig Aufwand einmal komplett von innen nach außen und es gibt so eine Übung, da legt man sich längs auf das Ding mit dem Rücken und … ist danach gefühlt 30 Zentimeter größer und überhaupt Rückenprobleme: Adé! (Allerdings würde ich gerade bei Rückenübungen die ersten Mal gemeinsam mit jemanden trainieren wollen, der damit umzugehen weiß. Also der Physiotherapeut Deinen Vertrauens oder so …) Faszienrollen sind die schnöde Antwort auf Verspannungen jeglicher Art und ich bin davon überzeugt, dass sehr sehr viele körperliche Beschwerden hierin ihren Ursprung haben.

Ansonsten bin ich – deswegen Fan – ganz glücklich mit dem YouTube-Channel und Blog von Mady Morrison. Mady ist u.a. Yoga-Lehrerin, in Berlin ansässig, und lädt in ihren Videos ein sich dem Yoga hinzugeben. Sie macht es von vielen anderen, die auf YouTube Yoga-Kurse anbieten für meinen Geschmack mit am Besten. Vor allem für Anfänger werden die Übungen sehr gut erklärt und die Tutorials sind abwechslungsreich, auch zeitlich so different, dass man immer etwas findet: von der fünfminütigen Kurzsession bis hin zur vierzigminütigen langen Übungseinheit. Von einzelnen Asanas über den Sonnegruß bis zu komplexen Asanas-Abfolgen. Ganzkörperlich oder auf bestimmte Körperpartien wie Rücken, Nacken, Arme etc. beschränkt. Die Übungen selbst sind angenehm anspruchsvoll und trotzdem für den Anfänger oder Wiedereinsteiger gut händelbar, weil gut erklärt – vor allem in den Anfängervideos. Und last but not least: keine dämliche esoterische Mucke im YouTube-Hintergrund, die an den Nerven zerrt.

Hier ist Madys YouTube-Kanal.

Ich find es schwierig und auch nicht so empfehlenswert ohne Trainer in eine Sportart einzusteigen, weil dann doch immer jemand fehlt, der einen korrigiert und auch manchmal in die notwendige Spannung zwingt. Andererseits leben wir heute in einer Welt in der ungeschützte Berufe in erschreckender Kürze („Werde zertifizierter Yogalehrer/Fitnesslehrer an sieben Wochenenden!”) ausgebildet werden. Womöglich ist man auf sich selbst gestellt besser dran, als wenn man sich in die Hände solcher unwissender, m. E., Scharlatane gibt. Mady erkärt ziemlich gut bei den Übungen, worauf man achten sollte und was man besser nicht tut. Also die Möglichkeit zur Selbstkorrektur ist hier gut gegeben. Natürlich liegt das Risiko immer bei einem selbst.

Ich sag's mal so, gerade für Leute, die etwas für sich tun möchten – und Yoga ist dafür eine wirklich tolle Form der körperlichen Aktion, gerade auch für Leute, die sich nicht für sportlich halten – sich aber nicht in eine Umgebung trauen, wo sie auf andere Teilnehmer stoßen (und da gibt es mannigfache Gründe für), die sind im YouTube-Chanel von Mady gut aufgehoben.

Sie hat übrigens jetzt für die ersten Wochen des Jahres für Anfänger oder Fortgeschrittene jeweils eine 30-Tage-Challenge ausgerufen. Was ganz einfach bedeutet, sie hat einen Plan erstellt, nachdem man vier Wochen lang einige ihrer Kurse einfach mitmacht. Man muss nicht jeden Tag ran (Montags, Mittwochs und Freitags, am Wochenende opitonal), die jeweiligen Tutorials sind von aktiv zu entspannend, mal kurz mal länger. Es ist ein Programm, das man sehr gut durchhalten kann mit etwas „es für sich wollen”. Etwas mehr als 60 Minuten über die Woche verteilt – also wirklich händelbar, selbst wenn man wenig Zeit hat.

Alle Videos werden als Playlist bereit gestellt. Ich habe sie mir per ClipGrab gezogen, damit ich auch ab und an vom Web unabhängig trainieren kann (z. B. mal draußen, wenn es wieder wärmer wird.)

Langes Blogpost: ich habe viel Spaß und Freude und fühle mich sehr gut damit. Probiert es aus, wenn Ihr auch Lust auf ein bisschen körperlichen Enthusiasmus habt! So schwer ist es gar nicht.

2017-01-15

Die Anderen haben nicht Deine Depression!

Mir geht gerade etwas ganz gewaltig auf den Keks. Und zwar das hier, sehr stimmig von Erzaehlmirnix auf den gestrichenen Punkt gebracht:



(Anmerkung: Erzaehlmirnix aka Nadja Hermann bringt ganz wundervoll typische Alltagsgespräche auf ihren absurden Punkt und es lohnt sich immer, wenn man ihren Bildern in den Sozialen Netzwerken begegnet, ihren Erläuterungen hierfür auch im Blog zu lauschen.

Ich folge in den sozialen Netzwerken aus Gründen relativ vielen Menschen, die sich öffentlich zu der Diagnose Depression bekennen (was so leicht immer noch nicht ist). Das tut ganz gut. Und das tut ganz oft nicht gut. Ist so ein Web-Dingens – auf viele Ebenen übertragbar. Man geht nie mit der gleichen Stärke in den Tag und die Offenheit der Anderen erwischt einen immer wieder in Intensitäten, die einem selbst nicht immer gut tun. Aber unter dem Strich denke ich sehr wohl ist auch dieses Internet für Menschen mit Krankheiten – egal welcher Couleur übrigens – durchaus ein Gewinn.

Momentan ist aber bei den sich zu den Depressionen bekennenden Menschen zunehmender Tenor, sich darüber zu beklagen wie andere, ein soziales Umfeld auf sie und ihre Krankheit reagiert. Natürlich nicht so, wie sie es sich wünschen. Es wird reihrum nur noch vorgeworfen und das Verhalten der anderen negiert. Sehr selten werden dabei klare Situationen zwischen den jeweiligen Personen geschildert, sondern es wird gerne allgemein eine Welt da draußen, die außerhalb ihres Umfeldes agiert und nicht auf den Depressiven angemessen reagiert, komplex abgeurteilt. Im stillen Kämmerlein, zufällig etwas über die DSL-Leitung offen gehalten, wird rum gemosert und genölt.

Und ich möchte an dieser Stelle denjenigen, die sich gerade in diesem Strudel der vermeintlichen Ablehnung von außen zurufen, lasst das bitte sein! Mich nervt es zunehmend. Das ist aber gar nicht relevant, wichtig ist viel eher: Ihr habt alle in Euren Therapien gelernt, bei Euch zu sein und zu bleiben – also macht die Probleme, die Ihr mit Eurer Krankheit habt nicht zu Problemen, die Ihr mit anderen habt. Vermeintlich.

Und wenn diese Probleme nicht vermeintlich sind, dann hört doch bitte wieder auf damit mit Euren Nomentions (ich hätte auf irgendeinen öden Wikipedia-Artikel verlinken können aber niemand erklärt Nomentions schöner als die wunderbare Anne Schüßler) die ganze Außenwelt zu beschimpfen, sondern habt den Arsch in der Hose (pardon my french) und kommuniziert Eure Unzufriedenheit direkt an die, die es betrifft – denn nur so kann man über diese Krankheit aufklären. Ich behaupte nicht, dass jede Umwelt überhaupt über die Krankheit aufgeklärt werden möchte, aber wer zumindest einmal darauf aufmerksam gemacht worden ist, dass er eine gewisse Naivität über Depressionen nach außen trägt, die nicht ganz stimmig ist mit dem persönlichen Wunsch hinsichtlich seines Verständnisses, kann darüber nachdenken und eine Veränderung einleiten. Und: hierfür gibt es keinen anderen Weg als den der direkten Ansprache. Gar keinen. In der eigenen dunklen Wolke sitzen und grübeln, dass alle anderen einen nicht verstehen (wollen) ist der Weg jedenfalls nicht. Es sei denn, man gefällt sich darin im dunklen Kämmerchen zu sitzen und die Anderen blöd finden zu wollen. Dann ist's natürlich genau der richtige Weg.

Depressionen sind in ihrem Auftreten, in ihrem Erleben bei sich selbst und somit auch bei anderen sehr unterschiedlich. Mindestens so unterschiedlich, wie es unterschiedliche Diagnosen und unterschiedliche Betroffenheitsgrade, also ICD-Schlüssel zu ihr gibt. Und von einem Laien zu verlangen, dass er sich damit auszukennen hat und somit einen perfekten Umgang mit einem als nicht selbst als von der Krankheit betroffen verlangt, kann nicht funktionieren! Nebenei bezweifle ich sehr, dass man überhaupt selbst den perfekten Umgang mit sich selbst kennt in der Krankheit, denn das hieße quasi sie besiegt zu haben.

Und da genau liegt wohl der Kern in der ganzen Dramatik im Rahmen einer depressiven Erkrankung: es ist ganz schön bequem das eigene Unwohlsein den anderen in die Schuhe zu schieben. Die sind aber nicht schuld. Es ist bitteschön unsere Depression – nicht die der Anderen!

Mein bester Freund thematisiert meine Krankheit mir gegenüber nicht. Er fragt nicht, wie es mir damit geht. (Was nicht heißen soll, dass er mich nicht fragen würde, wie es mir sonst geht.) Er fragt nicht, wie es mit den Therapien voran geht, was ich tue, damit es mir besser geht. Er fragt nicht, wo ich gerade stehe, wie ich meine Zukunft sehe. Er wollte vor einigen Jahren als ich gerade aus der Tagesklinik gekommen bin, mir eine seiner üblichen Standpauken halten (er kennt mich gut über viele Jahre und hat natürlich alles Recht der Welt dazu und grundsätzlich oft recht), als ich ihm aber genau da reingegrätscht bin und ihm das verboten habe zu tun, solange er sich nicht intensiv mit dem auseinander setzen möchte, was mit mir auf therapeutischem Weg passiert, ich dabei leiste bzw. ich nicht gut hinbekomme. Das hatte einiges geklärt, wenngleich sicherlich nicht für beide Seiten zufriedenstellend. Soweit so gut wie schlecht. Denn ja: das tut mir natürlich weh, es ist verletzend, es suggeriert mir Desinteresse. (Wobei er vermutlich ganz persönliche und für ihn auch richtige Gründe hat, sich so zu verhalten.) Andererseits ist es genau der richtige Umgang mit mir, weil ich mich so bei ihm weniger unter Druck gesetzt fühlen muss als ich es eh schon immer bei mir selbst tue. Der Punkt dabei ist: es ist nicht seine Depression. Es ist meine. Es ist nicht sein Job meine Depression zu verstehen, sondern meiner. Und es ist nicht seine Aufgabe mich zu jedem Zeitpunkt meiner Depression zu verstehen, korrekt mit mir umzugehen, auf mich einzugehen – weil er das auch gar nicht kann. Und schon mal gar nicht, solange ich das nicht einmal selbst kann. Und: er hat alles Recht der Welt mit meiner Depression umzugehen, wie er nur kann und es für sich aushalten kann. (Er wird immer für mich da sein, wenn ich Hilfe brauche. Mehr kann ich mir nicht wünschen.)

Dieser Freund ist für mich da. Zum Beispiel, als ich eine Bein-OP hatte, hat er mich abgeholt und ist mit mir einkaufen gefahren. Pragmatische Hilfestellung. Wie kann ich von ihm verlangen, dass er bei einer seelischen Erkrankung irgendwie anders – aus nur meiner Sicht verständlichen Weise – anders hilft? Eine seelische Erkrankung ist für ein Gegenüber nicht greifbar. Ist so. Das Gegenüber kann nicht dafür, es kann nicht begreifen. Es kann sich bemühen – aber es wird trotzdem nicht begreifen können. Das macht das Gegenüber doch aber nicht zu einem schlechten, nicht hilfsbereiten Menschen? Was soll diese ständige Unterstellung an die Umwelt?

Eine andere Freundin von mir versteht die Krankheit Depression nicht. Kann sie auch nicht. Sie kann noch so hoch in der Scheiße stehen für sie ist das Glas trotzdem zu einem Dreiviertel voll! Wir sprechen über meine Krankheit, ich versuche zu erklären, sie bemüht sich zu verstehen. Aber sie wird es höchstwahrscheinlich nie können (was ich ganz großartig finde, weil solche Leute für mich ein bisschen der Leuchtturm in meinem Leben sind.) Sie wird nie die Zeichen meiner Krankheit deuten können – aber sie ist trotzdem bei mir und für mich da und tut, was sie glaubt, was mir gut tut. Das ist toll. Ich könnte das ganz einfach auch negativ sehen und ihr unterstellen, dass sie immer das Falsche im jeweiligen Moment für mich tut – so zu empfinden ist ja nicht sonderlich schwer in einer Depression. Nein, das ist ganz wunderbar, wie sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten für mich da ist. Auch wenn sie mich nicht versteht – ist sie trotzdem in ihrer Weise mein Anker.

Dass wir uns – mit einer Depression betroffenen Menschen – gerne wünschen von einem allwissenden Menschen, Partner, Freund, Elternteil, Arbeitgeber zu jeder Zeit gut aufgefangen zu werden, ist ein sehr nachvollziehbares menschliches Gefühl. Aber der Anspruch an eben jene Personen ist komplett unmenschlich und kann nicht funktionieren. Punkt. Es geht nicht. Deren Seele ist nicht Eure Seele und umgekehrt. Ganz doofer Anspruch, der nur scheitern kann. Davon abgesehen würde uns dieses Aufgefangen sein auch viel zu sehr in unserer Komfortzone zurück halten und uns daran hindern, die nächsten Schritte aus der depressiven Phase zu gehen. Schritte, die man immer selbst und für sich alleine gehen muss.

In all diesen Nomentions dem Umfeld gegenüber schwingt gerne dieses Unterstellen den Anderen gegenüber, sie würden denken/sagen „Du siehst doch gut aus, Du kannst nicht depressiv sein.” mit.

Ja. Das ist in der Tat ein Merkmal dieser Krankheit, dass man sie auf dem ersten Blick nicht sieht. Deswegen ist es ja so wichtig, dass man das kommuniziert, wenn sie gerade wieder zuschlägt bzw. man die Leute, die einen mit dieser Ansicht konfrontieren, dann aufklärt.

Ich bin selbst so eine Kandidatin. Ich zeige meine Depression nicht, eher würde ich mir die Hand abhacken. Ich funktioniere nach außen sehr lange, sehr gut, sehr professionell, sehr komplex. Das hat einen Ursprung, bei mir ist jahrelange kindliche Sozialisierung. Ich bin in einem Umfeld groß geworden, in dem der Vater alkoholisiert nachts meine Mutter vergewaltigte und verprügelte, was wir Kinder natürlich mitbekommen mussten und wo – aus gesellschaftlichen Zwängen heraus – am nächsten Tag so getan wurde, als wäre gar nichts geschehen und die Welt tiptop in Ordnung. Es hat mich darin zum Profi werden lassen, so zu tun als wäre nichts mit mir. Wenn ich etwas beherrsche, dann ein Pokerface zu haben, sobald es um meine Gefühle geht. Ganz im Gegenteil, drehe ich gerne noch mal eine Runde extra auf, damit ja nicht etwa jemand auf die Idee kommen könnte, mit mir könne etwas nicht stimmen. Das hat mich wahnsinnig viel Kraft kostet, so dass es mir heute so geht, wie es mir geht: bedingt gut. Mehr instabil als stabil. (Wenngleich deutlich stabiler als noch vor drei Jahren.) Aber wenn es mir schlecht geht, dann lasse ich weiterhin nur sehr sehr wenige Menschen in meine Karten gucken. Würde ich nicht vebal offen mit meiner Krankheit umgehen, die allermeisten Menschen in meinem sozialen Umfeld würden es nicht merken, wissen; weil ich es niemanden merken lassen will. Weil ich es nicht kann, ich hab's nicht gelernt – im Gegenteil, es wurde mir quasi von Anfang an aberzogen.

Das erst einmal verstanden zu haben, war therapeutische Arbeit und ist ein trauriges aber auch sehr gutes Ergebnis, denn damit lässt es sich arbeiten. Es ist nun mein Job nach 50 Jahren aus solchen Mechanismen auszusteigen, es ist mein Projekt, meine Aufgabe. Ob ich sie jemals bewältigen werde? Keine Ahnung. Ich kann es nur üben, manchmal funktioniert es, oft scheitere ich daran. Dann muss ich wieder aufstehen. Mir wird seitens der verfügbaren medizinischen und sozialen Möglichkeiten, die uns in diesem Land gegeben sind, dabei sehr viel und gute Hilfe angereicht. Aber den Hauptjob habe ich zu erledigen. Es ist vergleichsweise ein bescheidener Job, aber es ist mein Job. Nicht der von den Anderen. Noch einmal: es ist meine Geschichte, es ist mein Umgang mit der Krankheit – ich kann daraus nicht anderen Menschen in meinem sozialen Umfeld einen Vorwurf generieren. Das wäre nicht fair!

Ich bin seit Mai letzten Jahres mehrmals die Woche in einem therapeutischen Umfeld, wo ich auf Menschen treffe, die wie ich mit Depressionen und Angststörungen zu kämpfen haben. Da sind – höchstwahrscheinlich – ganz viele Patienten, die sich fragen, wenn ich so auftrete wie ich auftrete mit meiner Tarnung „was macht die hier eigentlich, der geht es doch gut?” Die haben alles Recht der Welt dazu so auf mich und meine Person zu gucken. Denn ich leiste hierfür prima Schützenhilfe. Es ist meine mich schützende Methodik der Abgrenzung, die mir vermeintlich gut tut. Ich entspreche nicht dem eigenen Korsett, das jeder andere mit dieser Krankheit Betroffene von sich und seinem Umgang mit dieser Krankheit hat. Umgekehrt ist das genauso: Ich bin eine Person, die – hat mir die Vergangenheit zeigt – noch im hochgradigen Stadium einer schwer depressiven Phase ziemlich lange funktioniert – das tun die meisten anderen nicht. Also gucke ich auf andere Patienten und frage mich, „wieso kriegt der jetzt nicht gebacken, wenn ich das doch gebacken bekomme?” Hier ist des Rätsels Lösung: diese Krankheit ist sehr komplex, weil sie unser Innerstes betrifft. Und es hat nun einmal einen Grund, warum Seelen nicht seziert, schubladisiert werden können. Eine Depression ist vermutlich eine der individuellsten Krankheiten, die es gibt auf dieser Welt.

Wie kann man dann erwarten, dass uns jemand blind versteht und dementsprechend ständig nach unserem Gusto funktioniert?

Lasst es! Das ist vergeudete Energie und Lebensmühe. Das ist nur Ablenkung von Eurem eigenen ToDo im Rahmen dieser Krankheit. Es hält Euch davon ab, bei Euch zu bleiben, sich auf Euch zu konzentrieren, die berühmte Aufmerksamkeit nicht auf Euch zu lenken.

Wir sind es alleine, die uns aus dieser Krankheit nur befreien können und dazu gehört über die Wünsche im Umgang mit sich selbst deutlich und in direkter Ansprache zu kommunizieren.

Sich grundsätzlich darauf konzentrieren, dass immer nur alle anderen nichts richtig machen, immer die Anderen schuld sind, heißt zwangsläufig in der Opferrolle zu versacken. Damit kann man diese Krankheit aber nicht angehen. Also: wenn Dir jemand nicht angemessen in Deiner Krankheit begegnet, ist es nicht dessen Job, Dich zu verstehen. Es ist Dein Job, es ihm zu erklären, Deinen Unmut über sein Verhalten eventuell zu äußern bzw. zu verdeutlichen, was das mit Dir macht – aber es ist eben immer Dein Job ihm die Hand zu reichen mit einer Erklärung, wie er es verstehen kann und auf Dich zugehen kann. Und ja, wenn die Kraft dafür da ist, sich über andere aufzuregen, dann ist die Kraft auch dafür da es ihnen zu sagen. (Auf dieses „ich bin krank, ich bin so schwach, ich kann das nicht”, lasse ich mich an der Stelle gar nicht erst ein. Wer das Verhalten anderer reflektieren kann, kann sein eigenes Verhalten gleichfalls reflektieren.)

Es ist unsere Krankheit. Nicht die der anderen! Und wenn wir Menschen, die uns etwas bedeuten – und sei es nur, dass sie auf uns Rücksicht nehmen – dass sie ein Stück weit mit uns in diesem Boot Depression mitfahren, damit sie nicht am Ufer stehen und im Unverständnis neben uns herlaufen – dann müssen wir sie mit in dieses Boot einladen und ihnen zeigen, wie wir mit dieser Krankheit durch unser Leben rudern. Und nicht mit dem Finger auf die Anderen zeigen, weil sie am Ufer neben uns herlaufen und uns vermeintlich nicht verstehen. Am Ufer neben uns herzulaufen ist ein ganz großes Zeichen von Wollen, sie könnten ja auch am Ufer stehen bleiben und uns nicht mal mehr zuwinken wollen, während wir davon schippern. Es gibt also gar keinen Grund deswegen auf sie mit dem Finger zu zeigen.

tl;dr: Die Autorin ist selbst depressiv und mag dieses zunehmende Mimimi an eine gesamte Umwelt gerichtet – die angeblich nicht wohlwollend auf die eigene Diagnose reagiert – anstatt Vorwürfe direkt an Einzelne, die es betrifft, zu kommunizieren, nicht.

2017-01-14

Ich hätte heute übrigens …

… dem kleinen Baby-Großcousinenmädchen, das nächste Woche übrigens schon ein ganzes Jahr alt wird (und täglich süßer), beinahe im Winterschlussverkauf ein pinkfarbene Strumpfhose gekauft mit ebensolchen Herzchen, Glitzer unten auf den Füßen und natürlich ABS-Stopper. Habe es aber nicht getan.

Jetzt weiß ich nicht, ob ich eine besonders gute oder eine besonders schlechte Großcousine bin?

Babysachen für Mädchen gibt es übrigens – von mir gefühlt – wirklich nur in Rosa, ab und zu Rot und Beige.

Und damit der Genpool auch schön gefüttert wird, gibt es eine Stofftierkatze. Glücksfarbig.

Googlet …

… wie bekommt man das Wasser aus einer alten Siemens Lady Plus 45cm, wenn die Pumpe eskaliert ist.

Edit: ÜBERRASCHUNG!!! Alles was man dabei findet und liest zu den Möglichkeiten und Ursachen, liest sich kein bisschen attaktiv. Wer hätte das denn gedacht?

2017-01-13

Schlimme Herzüberblubberung …

… nur wegen der Startseite!

2017-01-12

Der Freitagstexter – the Winner is …!

Es kann leider nur eine/n geben – also einen Gewinner, eine Gewinnerin des Freitagstexters. Ihr habt es mir nicht leicht gemacht aber schlussendlich konnte ich nicht umhin mir einzugestehen, dass diese eine Bildunterschrift unter das Foto meiner überdurchschnittlich beweglichen – und langjährige Blogleser werden sich vielleicht erinnern – Oma Kaupisch wie die Faust auf's Auge passt!

*imaginärer Trommelwirbel*

Der Freitagstexter der ersten Woche im Jahr 2017 geht an …



Als Karlemann die Fußnote erwähnte, musste Jette der Sache (wie übrigens immer) gleich auf den Grund gehen!

Treffend formuliert von Ev auf derem Blog Die Farbe Ev Euch der nächste Freitagstexter ungeduldig erwarten wird!

Meine Oma Kaupisch war eine gute Lacherin. Angemessen laut und herzhaft herzlich, trotzdem damenhaft – für ihre Generation konnte ausgesprochen kumpelhaft lachen ohne je anbiedernd oder prollig zu wirken. Sie hatte gerne gelacht (ich habe nur Fotos von ihr auf denen sie lacht) und war fürchterlich ansteckend beim Lachen! Ich bin mir sicher, genau so hätte sie über diese Bildunterschrift gelacht. Danke dafür!

Und gleichfalls lachte ich in ihrem Gedenken laut und vergab daher den Platz 2, der wirklich beinahe fast gleichauf liegt mit dem ersten Platz und somit wohlverdient an den Kulturflaneur:

"Autsch, so blau!", bemerkt Lady Shila, als sie die Folgen des nächtlichen Ausrutschers auf dem Glatteis vor ihrer Haustüre begutachtet.

Mit kaum messbarem Abstand gefolgt (was letztendlich heißt, dass ich unentschiedene Waage, die ich nun mal bin zwischen Bildunterschrift für den zweiten und dritten Platz letztendlich würfelte und das Los also entschied) die einzige, die wirklich wahre so zutreffende Bildunterschrift für die erste Woche im Jahr, die treffender wohl kaum hätte sein können – von der grande Madame arobretum:

Doras Lieblinshose war nach den Feiertagen so eng, dass sie nur mit Mühe wieder hineinkam.

So ist mein Fazit nach dem ersten Gewinn eines Freitagstexters: es muss mehr erste Preise geben!



Bis dahin geht dieser Pokal des Freitagstexters der zweiten Woche von 2017 wohlverdient an Ev und ich bin gespannt, wie ihr Freitagstexter wohl gelingen wird!

2017-01-10

Leseempfehlung

Es ist Januar, Vorsätze haben Hochsaison. Ihr Sterben ist Routine. Der Spiegel gibt ein paar – ach, so einfache – Tipps, wie man sie doch noch ein klein wenig länger ins Jahr rettet. „Wer trotz aller Selbstmotivationstricks Schwierigkeiten hat, sein Ziel umzusetzen, hat vielleicht die eigene Messlatte zu hochgelegt. Dann sollte man sein Ziel in "Mikroziele" zerlegen.


Irgendwie werde ich immer mehr Fan von Schweizer Tageszeitungen. Reinhard Sprenger ist Philosoph mit diversen Haupt- und Nebenstudienfächern und schreibt Bücher rund um Fehler, die Unternehmen gerne auch im Umgang mit ihren Mitarbeitern machen. Hier ein Samstagsinterview im Der Bund mit Sprenger in dem es um das Scheitern großer Unternehmen in der Zusammenarbeit mit oder Haltung zu ihren Mitarbeitern geht. „Ein humanes Verhalten hält sich zurück, tritt niemandem zu nahe, will niemanden peinlich berühren. Es nimmt Begriffe wie Erwachsensein wieder ernst, Eigenverantwortung, Stolz, Ehre, Würde. Unter der Perspektive des Anstands darf man den Menschen nicht als blosses Mittel betrachten. Sondern, frei nach Kant, immer auch als Zweck.” Großartiges Gespräch!

via Antje Schrupp


Szene neulich nach dem Markt am U-Bahnhof Schönleinstraße. Ein kleiner Junge, ca. fünf Jahre alt, turnte auf dem Bahnhof rum. Ich guckte dem eine Weile zu weil er wirklich hyperaktiv hin- und her sprang, immer zu nahe am Gleis und wenn er sich dort nicht in den Abgrund stürzen wollte, turnte er auf den Bänken rum. (Der neuste Trend Berliner Eltern: Kinder nicht mehr darauf aufmerksam machen wollen/müssen/können, dass auf Sitzen im öffentlichen Raum Menschen sitzen möchten ohne hinterher dreckige Klamotten zu haben.) Der Junge suchte ständig den Blick zu uns anderen Fahrgästen, er sehnte sich förmlich nach einem „Lass das, bitte!”, einem „Doch ja, ich nehme Dich wahr kleiner Mann. Alles ist gut!” Er wollte ganz einfach und verständlicherweise Aufmerksamkeit. Das Kind war äußerlich … naja … offensichtlich nicht kindgerecht ernährt. Meine innere Ampel dachte „Mutter, nimm Deinem Sohn die Cola weg. Dann wird er für sein Alter weniger speckig sein und vielleicht auch weniger hyperaktiv.” Dieser kleine Mann war fürchterlich unterfordert, nicht beachtet, dafür überfüttert. Dann dachte meine innere Ampel weiter: „Mutter? Vater? Ist dieses Kind hier alleine unterwegs oder ist da noch jemand?” Er war eindeutig zu jung, um schon alleine unterwegs zu sein. Aber es war in der Menge wirklich niemand wirklich auszumachen, der zu ihm gehören wollte. Ein paar Meter weiter weg stand eine hochondulierte Mutter auf praktischen Plateaustiefeln mit Pornoschaufeln hardcore und ebensolchem Make Up in ihr Smartphone vertieft. Tatsächlich stellte sich später meine Vermutung als richtig heraus, sie schien zu dem Kind zu gehören, wenn gleich sie das Kind nicht die Bohne interessierte. Und umgekehrt.

Kleine Anekdote (die mich sehr traurig machte, das Kind tat mir so leid), die beim Lesen des selbstkritischen Gespräches mit dem Kinderarzt Dr. Bernhard Ibach „ADHS gibt es nicht” mir wieder in den Sinn kam, er fordert: „Kindern und Jugendlichen mehr Aufmerksamkeit zu schenken”


Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie zum Thema Tremor, Tremorursachen und Behandlungsformen. Als ich mit Ende 30 meine Diagnose essentieller Tremor bekam, gab es hierzu – generell zum Thema Tremor – sehr wenig Informationen. Gerade beim essentiellen Tremor – der gemeinhin als Begleiterscheinung des Alters gilt und deswegen niemand gerne Geld in dessen Erforschung stecken möchte – wenngleich er auch oft jüngere Menschen betrifft aus einer genetischen Disposition heraus, habe ich wenig Inhaltliches finden können. Die üblichen Behandlungsmethoden sind nach wie vor die gleichen, es sind einige wenige Medikamente hinzu gekommen. Die Leitlinie ist interessant zu lesen. Und auch wer sie nicht in Gänze lesen möchte, sollte sich diesen Absatz hinter die Öhrchen schreiben:

„Der physiologische Tremor findet sich bei jeder gesunden Normalperson. Er ist in jedem Gelenk nachweisbar, das frei oszillieren kann, und ist physikalisch als gedämpfte Oszillation zu verstehen. Der normale Fingertremor ist gerade sichtbar. Die Frequenz ist für Hände und Finger hoch (6– 20 Hz), jedoch für proximale Gelenke niedrig (< 6Hz). Der physiologische Tremor ist kein Krankheitssymptom, aber die physiologische Grundlage des verstärkten physiologischen Tremors, der durch Reflexverstärkung der gedämpften Oszillationen des physiologischen Tremors oder durch Aktivierung eines zentralen Oszillators entsteht (Elble et al. 2002).”

Kurz: eliminiert bitte den Gedanken in Euren Köpfen, Menschen, die zittern, per se unterstellen zu wollen, sie seien unsicher, schüchtern oder sonst was. Der Tremorkandidat wird hierzulande gerne als schwach angesehen. Mein Appell als Betroffene: Lasst das bitte sein! Ein Tremor – gerade der essentielle Tremor tritt gerne in Ruhe auf, wenn es einem besonders gut geht und man entspannt ist – sagt ganz wenig über die psychische Situation des Tremorinhabers aus. Aber diese psychische Ausgrenzung von anderen, die wenig Ahnung haben vom Thema, die trifft uns Patienten sehr.


Und fast zum Schluss ein ganz wichtiger Text zum menschlichen Ende: „Ganz am Ende”. Ein Text darüber wie wir sterben. Ich möchte ihn deswegen empfehlen zu lesen, weil er die Angst vor dem Sterben nehmen kann – denn er beantwortet in Angst gestellte Fragen. Denn: „Manche Forscher meinen, Menschen sind auch deswegen denkende Wesen geworden, weil wir uns lebenslang bemühen müssen, unsere Sterblichkeit zu leugnen. Das kennst du. Sterben? Betraf dich nicht. War weit weg. Der Tod, das bedeutete immer den Tod der anderen, nie deinen eigenen.”

(via Wortschnittchen)


Isabel Harman ist englische Journalistin beim „The Spectator”. Sie schreibt vorrangig zu politischen Themen und ist in Großbritannien sehr bekannt. Sie schreibt über ihre Krankheit namens Depression. Und sie schreibt einen sehr sehr klugen Satz, der genau das negiert, was alle Menschen betrifft, die zu feige sind, ihre Krankheit bei dem Namen Depression zu nennen und sich lieber hinter einem „Burnout” (keine ICD-Diagnose) als sich der ursächlichen Krankheit nicht betroffen entziehen möchte: „My job didn’t make me ill. It was just that I eventually became too sick to do it.” Und: „When my mind stopped working, I realised just how badly we treat mental health.” Eben – die Dinge nicht bei ihrem Namen nennen, einer gesellschaftlichen Akzeptanz zuliebe, ist in der Begegnung mit der Depression und ihrem Heilungsprozess kein guter Start.

(via Amanda de Cadenet)

Viel Spaß beim Lesen.